Mittelhohe Bambus


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Fargesia

Fargesia bilden keine Wurzelausläufer

Sämtliche Fargesia bilden keine Wurzelausläufer und werden grundsätzlich ohne Rhizomsperre gepflanzt. Alle Fargesia Arten gehören zu den so genannten monocarphen Pflanzen, die nach der Blüte absterben und sich durch Samen vermehren. Der Blührythmus beträgt 70 bis 120 Jahre. Die meisten Fargesia Arten sind bei uns winterhart und als Zierpflanzen weit verbreitet. Fargesia verträgt sich in der Regel mit anderen Pflanzenarten, da diese Gattung keine Ausläufer bildet. Oftmals wird Fargesia auch als Schirmbambus bezeichnet.

Nördlich der Alpen ist Fargesia der am häufigsten gepflanzte Gartenbambus. Der horstige Wuchs, seine hohe Frosthärte und seine ganzjährige immergrüne Belaubung machen Fargesia zur idealen Pflanze für unsere Gärten.

Die für das Klima in Mitteleuropa geeigneten Fargesien stammen aus den Bergregionen des westlichen Chinas. Dort wachsen sie in lichten Wäldern, aber auch an sonnenzugewandten Berghängen bis in Höhen von 3500 Metern.

Standort

Die meisten Fargesia gedeihen an halbschattigen Plätzen. Allerdings gibt es auch Sorten, die eine gute Sonnentoleranz aufweisen (Jiuzhaigou, Nitida, Robusta, Spathacea und Rufa). Sicherlich wird man für fast jeden Standort eine geeignete Bambuspflanze der Gattung Fargesia finden. Bei voller Sonne kann der Bambus sich durch das Einrollen der Blätter vor der Verdünstung schützen. Alle Fargesia-Arten schätzen einen humosen, durchlässigen Boden. Staunässe wird unter keinen Umständen toleriert und würde zum Absterben führen. Der Gartenbambus bevorzugt einen windgeschützten Platz.

Achtung: Innenräume liebt der Bambus nicht sehr. Die meisten Bambusse, die bei uns problemlos gedeihen, sind auf den Wechsel der Jahreszeiten und eine kalte Ruhephase angewiesen.

Verwendung

Die Arten und Sorten der Fargesia zählen zu dem in Europa meist gepflanzten Gartenbambus. Ihre Verwendung ist vielseitig.

Bambus-Hecken sind sehr beliebt und haben viele Vorteile: Sie sind immergrün, blickdicht und müssen nicht regelmäßig mit der Heckenschere in Form gebracht werden. Am besten eignen sich dafür aufrecht wachsende Schirmbambus-Sorten, wie Standing Stone und Campbell. Alle höheren Bambusarten sind mit ihrem malerischen Wuchs für die Einzelstellung wie geschaffen. Als Kübel­pflanze eignen sich vorwiegend schwachwüchsige Bambus-Arten, wie die bis 1,50 Meter hohe Schirmbambus-Sorte Bimbo.

Fargesia bilden niemals lange Wurzelausläufer. Bei dem Rhizomgeflecht von Fargesia handelt es sich um eine andere Rhizomstruktur wie bei Phyllostachys. Phyllostachys sendet lange Rhizome aus und neue Halme werden in unterschiedlichen Abständen produziert. Fargesia wird immer OHNE Rhizom­sperre gepflanzt.

Mit dem immergrünen Bambus kommt eine Gartengestaltung sehr schön zur Geltung, wenn sich die Partner im Lauf eines Jahres mit ihrem Auftritt abwechseln. Im Winter und Vorfrühling grüßen farbintensive Sträucher, wie die Zaubernuss mit ihrem wochenlangen gelb-roten Flor. Im Herbst schließlich brennen z. B. asiatische Ahorne oder anderen Gehölze ihr orange-rotes Feuerwerk neben dem grünen Bambus ab.

Wir hoffen sehr, dass diese Gattung die Skepsis und Befürchtungen im Zusammenhang mit der Pflanzung von Bambus vertreiben kann.

Pflanzzeit

Die Pflanzzeit beginnt, wenn der Frost aus dem Boden ist (in der Regel Ende Februar). Die sehr winterharten Arten können bis zum späten Herbst ausgepflanzt werden. Die Pflanzen werden in Töpfen geliefert und können im Prinzip in der gesamten Vegetationsperiode gepflanzt werden.

Fargesia in Kübeln gepflanzt brauchen regelmäßige Nährstoffgaben. Geeignet hierfür sind mineralisch organische Dünger. Kompost wird nur sparsam verwendet, denn er hat oft einen zu hohen pH-Wert für Bambuspflanzen. Fargesia liebt saure Böden um einen pH-Wert um fünf herum. Natürlich muss der Bambus regelmäßig gegossen werden.

Jede Pflanze benötigt in etwa 1 m² und sollte alle 4 bis 5 Jahre verjüngt werden.

Schneiden

Fargesien schneidet man für ästhetische und vitalisierende Zwecke. Bambusse werden nach dem Winter einfach gestutzt, dies ist aber kein Muss. Bald kommt dann der neue Austrieb. Unschöne und trockene Halme werden aus ästhetischen Gründen herausgeschnitten (bodennah). Fargesien sind gut schnittverträglich.

Winterschutz

Mit frostigen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kommen die meisten Bambusarten gut zurecht- sie sind ja in ihren Heimatgefilden daran gewöhnt. Grundsätzlich braucht man nicht viel zu unter­nehmen, um Fargesia vor kalten Temperaturen zu schützen. Es braucht allenfalls im ersten Jahr nach der Pflanzung einen Schutz des Wurzelbereichs. Der immergrüne Bambus verdunstet auch im Winter Wasser, benötigt also Nachschub aus dem Boden. Deshalb muss an frostfreien Tagen kräftig gegos­sen werden, vor allem die Fargesia in Kübeln. Wenn der Boden aber über längere Zeit gefroren ist, könnte der Bambus vertrocknen. Vorbeugend sollte die Pflanze dann mit Wintervlies eingepackt werden. So wird die Verdunstung reduziert. Das ist vor allem bei rauem Ostwind und kalten Nächten ratsam. Damit die Halme nicht brechen, sollte der Bambus von Schnee befreit werden. Die maximale Winterhärte gilt für im Garten gepflanzte Fargesien. Die in Kübeln gepflanzten Bambusse hingegen benötigen in kalten Wintern einen Winterschutz.

Vermehrung

Fargesia wird klassisch durch Teilung vermehrt. Die Pflanze wird aus der Erde genommen und in mehrere Teile geteilt (am besten mit der Rosenschere die Rhizome durchschneiden). Danach werden diese wieder eingepflanzt. An jeder neuen Pflanze sollten drei bis vier Triebe und ausreichend Wurzeln verbleiben. Die Triebe können mit der Schere um ein Drittel zurück geschnitten werden. Die Pflanzen sollten gut angegossen werden und in den ersten Wochen nicht voller Sonne ausgesetzt sein. Der Boden darf nie ganz austrocknen. Optimale Zeitpunkte für eine Teilung sind das zeitige Frühjahr (März bis Anfang Mai) und der frühe Herbst (August bis September). Nach der Teilung sollte so lange mit der Düngung gewartet werden, bis die Pflanze sicher angewachsen ist.