Chinaschilf

Zahlreiche neue Sorten sind in den letzten Jahrzehnten entstanden. Der aus Leer in Ostriesland stammende Ernst Pagels züchtete in seiner Gärtnerei bekannte Sorten, wie Miscanthus sinensis Gracillimus und Miscanthus sinensis Silberfeder. Besonders viele Sorten sind aus der gemeinhin nur als Chinaschilf bezeichneten Art Miscanthus sinensis entstanden.

Fälschlicherweise wird das Riesen-Chinaschilf oftmals auch als Elefantengras bezeichnet. Das Elefantengras (Pennisetum purpureum) ist allerdings ein nicht winterhartes, tropisches Gras aus dem westlichen Afrika und wird dort bis zu sechs Meter hoch und dadurch für heimische Gärten ungeeignet.

Miscantus sinensis stammt aus China, Japan, Korea, Ost-Asien und erreicht je nach Art imposante Höhen von bis zu 4 Meter und gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae). Wie der Name es schon vermuten lässt, wächst das Riesen-Chinaschilf (Miscanthus x giganteus) am höchsten, die niedrigste Art ist das zwergig wachsende Chinaschilf Nana Variegatus (Miscantus tinctorius) mit einer Wuchshöhe zwischen 40 und 60 Zentimetern.

Die schmalen, meist dunkelgrünen Blätter dieser Ziergräser zeigen oft eine prächtige Herbstfärbung. Die Blüten erscheinen später im Jahr als die der meisten anderen Ziergräser. Es gibt aber auch Sorten mit mehrfarbigem Laub. Die Pflanzenblätter des Kleinen Zebraschilfs (Miscanthus sinensis Little Zebra) haben eine weiße Musterung und sind mit weißen Flecken versehen.

Die feinen Blütenrispen, die je nach Sorte mal aufrecht wachsen, mal kaskadenartig oder bogig überhängen zeigen sich bei den meisten Arten und Sorten des Chinaschilfs von August bis Oktober. Dabei variiert die Farbe von Silbrigweiß bis Silbrigrosa bis zu Rot.

Alle Chinaschilf-Arten gedeihen bei voller Sonne in nahezu jedem Boden. Das Ziergras benötigt etwa zwei bis drei Jahre, bis es sich an einen neuen Standort etabliert hat. Es bleibt aber dann jahrzehn­telang sehr wuchsfreudig und bildet von Jahr zu Jahr größere und eindrucksvollere Horste aus.

Die Arten des Chinagrases sind auch im winterlichen Staudenbeet imposante Gestalten und lassen sich von Regen, starkem Frost und Schnee nicht beeindrucken. Das Chinaschilf Silberfeder (Miscanthus sinensis Silberfeder) richtet sich einfach wieder auf, sobald man die Schneelast entfernt hat. Besonders wüchsige Sorten des Chinaschilfs, wie das Riesen-Chinaschilf (Miscanthus giganteus),  werden inzwischen auch großflächig als Biomasse- und Faserlieferanten für die Industrie angebaut.

Standort

Chinaschilf liebt sonnige Standorte, kommt aber auch im Halbschatten zurecht. Die Ziergräser gedeihen in nahezu jedem Boden mit normalem Humusanteil. Der Boden sollte durchlässig sein und keine Staunässe aufweisen. Das Chinaschilf ist gut anpassungsfähig an den Standort.

Verwendung

Chinaschilfe eignen sich aufgrund ihres malerischen Wuchses am besten für die Einzelstellung im Staudenbeet. Kleine Arten, wie das Zwerg-Chinaschilf oder das Kleine Zebraschilf können auch in kleinen Gruppen oder Kübeln gepflanzt werden. Da das Chinaschilf sehr spät blüht, lässt es sich gut mit spät blühenden Stauden kombinieren (Astern, Wasserdost (Eupatorium), hohen Fetthennen (Sedum) oder Herbst-Anemonen). Im Laufe des Sommers bringt das Ziergras dann frisches Grün ins Beet. Das Riesen-Chinaschilf eignet sich auch hervorragend als Heckenpflanze, bietet einen natür­lichen Sichtschutz und gibt Gartenbewohnern ein Zuhause.

Pflanzzeit

Obwohl sich die Blüte erst im Herbst zeigt, sollte das Chinaschilf bereits im Frühjahr gepflanzt werden, am besten im April. Grundsätzlich ist eine Pflanzung aber bis Ende September möglich.  Man sollte dem Chinagras genügend Raum geben, damit es sich frei entfalten kann und besonders gut zur Geltung kommt. Ein Quadratmeter ist bei den höheren Sorten das Minimum. Chinaschilf bietet die verschiedensten Gestaltungsmöglichkeiten. Von der Einzelstellung über Gruppen bis hin zur groß­flächigen Bepflanzung . Tipp: Bei Gruppenpflanzung erzielt man mit einer ungeraden Anzahl an Pflanzen den schönsten Effekt.

Schneiden

Das Chinagras sollte im späten Winter oder im zeitigen Frühjahr bodennah zurück geschnitten werden. Ein Rückschnitt im Herbst ist nicht zu empfehlen. Die Nährstoffe, die sich in dem oberirdischen Teil der Pflanze befinden, wandern im Winter in die Wurzel und geben dem Chinaschilf im Frühjahr die Kraft, neu auszutreiben.

Die einzelnen Halme sind sehr fest, daher sollte eine Gartenschere mit großer Hebelwirkung verwendet werden. Die Halme werden büschelweise in die Hand genommen und abgeschnitten. Dabei unbedingt Handschuhe tragen, damit es nicht zu Verletzungen durch die scharfkantigen Blätter der Pflanze kommt.

Teilen

Die Arten und Sorten des Chinagrases können im Frühjahr geteilt werden, falls sie zu groß geworden sind. Dafür benötigt man einen sehr scharfen Spaten, da das Wurzelgeflecht des Chinaschilfs sehr dicht ist.

Winterschutz

Wenn das Chinaschilf im Topf oder im Kübel gepflanzt wurde, benötigt es etwas Winterschutz. Am besten ist es, wenn der Kübel auf eine Styroporplatte gestellt wird (Achtung: Styroporplatte mit Löchern versehen, damit es nicht zur Staunässe im Topf oder Kübel kommt) und mit Vlies oder Noppenfolie umwickelt wird, um Bodenkälte zu vermeiden. Im Garten gepflanzt müssen die Chinaschilf-Horste oben NICHT zusammengebunden werden, diese Maßnahme ist als Winterschutz unnötig, denn die Gräser sind völlig frosthart. Das Zusammenbinden schadet dem Chinagras aber auch nicht. Ein toller Nebeneffekt: Bei Stürmen verteilt sich das Laub des Chinaschilfs nicht im Garten.

Wurde das Chinaschilf im Herbst gepflanzt, sollte der Horst im ersten Winter durch Abdeckung mit Laub oder Zweigen geschützt werden.

Vermehrung

Die Vermehrung des Chinaschilfs erfolgt meist durch Teilung. Am besten entnimmt man Teilstücke von den Seiten einer erwachsenen Pflanze, ohne diese ganz auszugraben, da sie auf Störungen sensibel reagiert. Alternativ kann man auch den Wurzelballen teilen, wodurch gleichzeitig die Hauptwachstumszone der Stammpflanze verjüngt wird und die Horstgröße unter Kontrolle bleibt. Vermehrung nur im späten Frühjahr bei ersten Wachstumsanzeichen.

Eine Vielzahl der im Handel angebotenen Chinaschilf Pflanzen sind im Labor vermehrt worden (sog. Meristem- oder Invitrovermehrung). Diese Pflanzen zeigen ein besonders üppiges Wachstum, sind aber in der Regel nicht besonders winterhart und vergreisen sehr schnell.

Alle von uns angebotenen Chinaschilfsorten werden durch Teilung per Hand vermehrt. Dies sichert die sortentypischen Eigenschaften und sorgt für eine lange Freude an den Gräsern.