Rutenhirse

Bei der Rutenhirse handelt es sich um ein Präriegras, dessen ursprüngliches Habitat in Nordamerika zu finden ist. Die Rutenhirse gehört wie das Chinaschilf zur Familie der Süßgräser (Poaceae) und zur Gattung der Rispenhirsen (Panicum). Die Gattung umfasst etwa 470 ein- und mehrjährige Arten. Die langlebige Rutenhirse (Panicum virgatum) ist aus gärtnerischer Sicht am interessantesten, da sie zahlreiche Sorten aufweist. Sie bringen mit ihren aufrechten Wuchsformen, den vielen Halmen und kompakten Blatthorsten Kontraste in Pflanzengemeinschaften. Die Wuchshöhen variieren dabei zwischen 60 Zentimeter und über zwei Meter Höhe. Das zunächst aufrechte Laub hängt an den Blattspitzen elegant bogig über. Die Rutenhirsen entwickeln entzückende Herbstfarben. Über den Sommer tragen die meisten Sorten frischgrüne oder blaugrüne Blätter, einige Sorten, wie Panicum virgatum Shenandoah oder Panicum virgatum Hänse Herms, sind aber auch rotbraun gefärbt.

Ab Juli bilden sich aus den dichten Blatthorsten reichlich verzweigte, lockere Blütenrispen, die das Ziergras bis in den September hinein zieren. Die Rispen sind groß und breit,  enthalten aber sehr kleine, weit auseinander stehende Blütenährchen. Die Pflanzen entfalten eine lichte, schleierartige Wirkung, wenn man sie flächig setzt.

Die Rutenhirse gehört – ebenso wie Chinaschilf (Miscanthus) und Federborstengras (Pennisetum) – zu den so genannten „Warm-Season-Gräsern“. Darunter versteht man Arten, die erst spät austreiben und ihren Höhepunkt im Spätsommer und Herbst haben. Sie sind lange bis in den Winter hinein standfest. 

Die Rutenhirse gehört zu den Rispenhirsen und bevorzugt trockene Böden und warme Tempera­turen.

Als Kupferhirse werden grünlaubige Sorten der Rutenhirse bezeichnet. Zum Herbst nehmen deren Blätter eine rotbraune Färbung an. Rehbraun ist eine der bekanntesten Sorten. Diese Sorte ist bereits Mitte der 1950er-Jahre entstanden und wurde zunächst unter der Bezeichnung Rotbraun im Handel verkauft. Im Gegensatz dazu bekommen Rutenhirsen mit bläulichem Laub in der zweiten Jahreshälfte einen goldgelben Farbton. Neuere Züchtungen wie etwa Cloud Nine, Dallas Blue und Northwind, erinnern mit ihren teils breiten Blätter und Höhen von zwei Metern an Chinaschilf.

Panicum virgatum Heiliger Hain ist eine Ausnahme bezüglich der Färbung. Das bläuliche Laub glänzt mit roten statt mit gelben Spitzen. Auf Grund ihrer frühen Blüte neigt die Sorte jedoch ebenso wie die blaugrüne Heavy Metal und die sich dunkelrot färbende Shenandoah zur Selbstaussaat. Dennoch haben diese Sorten einen sehr hohen Gartenwert. 

Standort

Bevorzugt werden Pflanzplätze in voller Sonne. Der Boden sollte durchlässig, nährstoffreich und mäßig trocken bis frisch sein. Das Ziergras kommt nur schwer zur Blüte, wenn der Boden zu schwer und zu feucht ist.

Verwendung

Rutenhirsen eignen sich sowohl für die Einzelstellung im Beet als auch zur Gruppenpflanzung. Am besten kombiniert man die Rutenhirse mit anderen spät blühenden Stauden, die sonnige und warme Standorte bevorzugen. Die bunten Halme der Rutenhirse werden erst durch die richtigen Pflanz­partner in Szene gesetzt (Purpur-Sonnenhut (Echinacea), Bartfaden, Herbst-Astern und Phlox). Bei Narzissen, Tulpen und Zierlauch und anderen Frühblühern sorgt der späte Austrieb der Rutenhirse für einen spannenden Hintergrund.

Cloud Nine oder Strictum, die hohen Sorten der Rutenhirse, eignen sich auf Grund ihres dichten Wuchses auch gut als Sichtschutz. Kleinwüchsigere Sorten des pflegeleichten Ziergrases machen in Topf und Kübel eine gute Figur.

Pflanzzeit

Das Frühjahr ist die beste Pflanzzeit für Rutenhirsen. Sie können dann direkt mit der Wurzelbildung beginnen. Auch eine Herbstpflanzung ist möglich, da sie recht unempfindlich gegenüber Frost sind. Dennoch haben sie ihr Wurzelwachstum zu diesem Zeitpunkt bereits eingestellt und werden nicht mehr anwachsen. Aus diesem Grund sollte man Rutenhirsen im Frühjahr pflanzen.

Panicum virgatum ist recht pflegeleicht und robust. Bei einer Topfpflanzung sollten sie aber regel­mäßig geteilt und ausreichend feucht gehalten werden. Die schöne Herbstfärbung stellt sich nur bei gleichmäßiger Wasserversorgung ein.

Schneiden

Um Platz für den Neuaustrieb zu machen, solle die Rutenhirse gegen Winterende zurück geschnitten werden. Während der Wintermonate kann man sich so noch an den standfesten Blattschöpfen im Beet erfreuen. Besonders faszinierend sieht die Rutenhirse aus, wenn sich Raureif auf die zarten Blüten setzt.

Winterschutz

Wenn die Rutenhirse im Topf oder im Kübel gepflanzt wurde, ist ein Winterschutz von Vorteil. Am besten ist es, wenn der Kübel auf eine Styroporplatte gestellt wird (Achtung: Styroporplatte mit Löchern versehen, damit es nicht zur Staunässe im Topf oder Kübel kommt) und mit Vlies oder Noppenfolie umwickelt wird, um Bodenkälte zu vermeiden. Wurde die Rutenhirse im Herbst gepflanzt, sollte der Horst im ersten Winter durch Abdeckung mit Laub oder Zweigen geschützt werden.

Vermehrung

Die Rutenhirse lässt sich durch Teilung im Frühjahr vermehren. Die besonderen Merkmale der einzelnen Sorten bleiben dadurch erhalten. Die Pflanze wird im Frühjahr ausgegraben und mit dem Spaten in mehrere Stücke geteilt und an anderer Stelle im Beet wieder eingepflanzt. Große Gräser­horste werden so auch gleichzeitig verjüngt. Die äußeren Partien abstechen und an anderer Stelle im Beet wieder einpflanzen.